Rotkreuz-Fackellauf nach Solferino: Station auch in Hamburg
Rotkreuz-Kräfte tragen eine Fackel durch Deutschland bis nach Italien. Nun erreichte sie auch Hamburg. Übergeben wurde die Fackel vom DRK-Kreisverband Segeberg aus Schleswig-Holstein. Hamburger Ehrenamtliche bringen sie einige Tage später dann nach Brandenburg.
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Mit einem Fackellauf ins italienische Solferino erinnert das Rote Kreuz an die eigenen Wurzeln. Und auch das DRK beteiligt sich: Rotkreuz-Kräfte tragen eine Fackel unter dem Motto „Licht der Hoffnung“ durch die Bundesrepublik. Die Fackel macht jetzt auch in Hamburg Station. Rotkreuz-Kräfte vom DRK Segeberg übergaben die Fackel vor dem Hamburger Rathaus gestern am späten Nachmittag an ehrenamtliche Rotkreuzler und Rotkreuz-Schwestern aus dem DRK Hamburg. In der Hansestadt reichte die DRK-Schwesternschaft danach die Fackel zu den Kreisverbänden weiter. Und nach einer knappen Woche bringen Ehrenamtliche vom Hamburger Roten Kreuz die Fackel nach Brandenburg. Am Ende der DRK-Aktion soll das „Licht der Hoffnung“ schließlich Italien erreichen, pünktlich zu der „Fiaccolata“, der internationalen Gedenkveranstaltung zum Ursprung der Rotkreuzidee. „Das Rote Kreuz steht für Menschlichkeit. Gerade vor diesem Hintergrund und angesichts der weltweiten Krisen ist die Rotkreuz-Fackel auch ein Licht der Hoffnung, weil sie an die Rotkreuz-Idee und Rotkreuz-Grundsätze erinnert. Dieser Fackellauf von Bundesland zu Bundesland in Deutschland bis nach Italien beweist zudem, wie stark das Gemeinschaftsgefühl im Roten Kreuz ist“, so Hamburgs DRK-Präsident Dr. Michael Labe.
Die Route des Fackellaufs kann über eine Landingpage auf https://www.drk.de/newsroom/fiaccolata/ verfolgt werden. Und dort wird auch ein virtuelles Reisetagebuch von Teilnehmenden mit Bildern und Informationen zu den einzelnen Stationen gefüllt. Die Fiaccolata wird seit 1992 vom Italienischen Roten Kreuz organisiert. Bei der mehrtägigen Gedenkveranstaltung rund um den Fackelzug von Solferino in die nahegelegene Kleinstadt Castiglione delle Stiviere kommen jedes Jahr Tausende Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler aus ganz Europa und der Welt zusammen, um den Anfängen der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung zu gedenken. Im Jahr 1859 reiste der Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant durch Italien. Dabei wurde er Zeuge der Folgen der Schlacht von Solferino, einer der größten Auseinandersetzungen jener Zeit. Dunant erlebte Not und Elend der verwundeten Soldaten hautnah und setzte sich dafür ein, die Versorgung der Verwundeten zu organisieren. Er verarbeitete seine Erlebnisse in seiner Schrift „Eine Erinnerung an Solferino“, an deren Ende er die Vision für die Gründung neutraler Hilfsgesellschaften für Verwundete in verschiedenen Ländern Europas formulierte. 1863 fand die erste Genfer Konferenz statt, auf der die Gründung solcher Hilfsgesellschaften beschlossen wurde. Kurz darauf gründete sich die erste nationale Rotkreuzgesellschaft weltweit: der württembergische Sanitätsverein im Königreich Württemberg.